Gentrifizierung

In der öffentlichen Debatte wird Gentrifizierung oft mit der Verdrängung durch Quartieraufwertung gleichgesetzt. (Copyright Nadine Grüninger)

Wohnquartiere verändern sich, zum Beispiel durch die Renovation von alter Bausubstanz oder die Gestaltung des öffentlichen Raums. Gentrifizierung (engl. Gentrification) ist zu einem Schlagwort geworden, das häufig in diesem Zusammenhang auftaucht. In der öffentlichen Debatte ist der Begriff meist negativ besetzt und wird von Gruppierungen auch bekämpft. Oft ist dabei von der Verdrängung sozial schwacher Bewohnerschaft durch einkommensstarke Gruppen die Rede, als Folge von Aufwertungsmassnahmen. Die Gentrifizierung wird stets dann angeführt, wenn es um eine als ungerecht empfundene gesellschaftliche Veränderung im Quartier geht.

Was macht ein gentrifiziertes Quartier aus?

Gentrifizierung ist ein Modell aus der Stadtsoziologie und beschreibt eine grundlegende Veränderung der Bausubstanz, der Sozialstruktur, der Infrastruktur und auch des Images eines Quartiers.

Ein gentrifiziertes Quartier erkennt man in der Regel an den folgenden vier Eigenschaften:

  • Es verfügt über einen hohen Anteil an renovierter und neu erstellter Wohnbausubstanz;
  • Die Bewohnerschaft setzt sich zu einem wesentlichen Anteil aus einkommensstärkeren Haushalten zusammen;
  • Die Versorgungsinfrastruktur ist überwiegend exquisit (z.B. Geschäfte mit Luxusartikeln, teure Restaurants, hochwertige Dienstleistungen etc.);
  • Das Viertel gilt in der Stadt als „Trendquartier“, in dem man „eine gute Adresse“ hat.

Grundlagenpapier zum Thema Gentrifizierung (PDF, 88 KB)

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