Grundlagen

Blick auf das Münster in Basel aus der Vogelperspektive

Der Staat mischt sich nicht in das religiöse Leben seiner Einwohnerinnen und Einwohner ein, Glaubensinhalte sind Privatsache. Die Aufgabe des Staates ist es hingegen, für die Einhaltung des religiösen Friedens im Rahmen der Rechtsordnung zu sorgen. Bund und Kantone können friedenssichernde Massnahmen ergreifen. Die Kantone sind zuständig für die Regelung des Verhältnisses zu den einzelnen Religionsgemeinschaften. 

Rund ein Drittel der Basler Bevölkerung ist Mitglied einer der vier Gemeinschaften mit öffentlich-rechtlicher Anerkennung:

• die Evangelisch-reformierte Kirche
• die Römisch-katholische Kirche
• die Christkatholische Kirche
• die Israelitische Gemeinde Basel

Der Grosse Rat hat gemäss § 133 der Kantonsverfassung drei kleine Religions-gemeinschaften kantonal anerkannt:

• Christengemeinschaft
• Neuapostolische Kirche
• Alevitische Gemeinschaft Basel-Stadt

Die kantonal anerkannten Religionsgemeinschaften sind weiterhin privatrechtlich organisiert, wie die übrigen religiösen Vereine und Stiftungen. 

Koordination für Religionsfragen

Der Kanton Basel-Stadt hat eine Koordinationsstelle für Religionsfragen eingerichtet. Die Koordination für Religionsfragen arbeitet in beratender Funktion an der Schnittstelle Verwaltung, Politik, Religionsgemeinschaften und Bevölkerung. Sie hat die Aufgabe, religiöse Phänomene zu verstehen und in den gesellschaftlichen Rahmen einzuordnen, in enger Zusammenarbeit mit weiteren Fachpersonen wie der Forschungsstelle Recht und Religion der Universität Basel und dem Verein INFOREL Information Religion. Die Resultate des Nationalen Forschungsprogramms 58 „Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft bieten wertvolle Hintergrundinformationen. Den Link zum Forschungsprogramm finden Sie am Ende der Seite bei weiteren Informationen.

Die Kontaktpflege mit einzelnen Religionsgemeinschaften und religiösen Dachverbänden ist zentral. Der Runde Tisch der Religionen beider Basel ist ein wertvolles Instrument für den Informationsaustausch, der auch präventiv wirkt.  

Religiöse Vielfalt

Die Datenbank INFOREL Information Religion listet in den beiden Basel rund 470 religiöse Gruppierungen und Kirchgemeinden auf, 329 davon sind christlich. Bereits 44,7 Prozent der Bevölkerung haben keine institutionelle Religionszugehörigkeit. Die Mehrheit dieser Konfessionslosen ist aus einer der grossen Kirchen ausgetreten, wobei sich viele nach wie vor als Christ/innen verstehen. 

Somit leben Menschen mit unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten und Glaubensprofilen in Basel zusammen. Diese zunehmende Multireligiosität ist eine Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unwissen und Missverständnisse über andere Religionen können zu Polarisierungen führen. Deshalb setzt sich der Kanton sachlich, präventiv und integrativ mit religionsbezogenen Fragen auseinander. 

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