Temporärer Durchgangsplatz für Fahrende

Bild zeigt Wohnwagen von Fahrenden vor den Hochhäuser Kannenfeld

Der Kanton Basel-Stadt stellt für Fahrende zurzeit keine Standplätze zur Verfügung. Der kantonale Richtplan Basel-Stadt hält fest, dass ein Standplatz für Fahrende (2’000 Quadratmeter = 10 Wohneinheiten) bis 2019 eingerichtet wird.

Nach umfangreichen Standortevaluationen hat der Regierungsrat ein Areal an der Friedrich Miescher-Strasse in Basel, zwischen der Burgfelderstrasse und der Flughafenstrasse, als geeigneten Standort identifiziert. Der Standplatz soll im Mitte 2018 realisiert werden (vgl. Ausgabenbericht unter weitere Informationen).

Als Übergangslösung bis zu diesem Zeitpunkt vermietet der Kanton seit April 2016 an Fahrende beim Bahnhof St. Johann eine Fläche von 750 Quadratmetern für fünf Wohneinheiten. Die Bewirtschaftung wird von den Fahrenden selbst organisiert. Seit dem 1. August 2017 ist die Familie Kollegger für die Bewirtschaftung zuständig (076 519 13 78). Dieser temporäre Durchgangsplatz ist als Zwischennutzung an der Entenweidstrasse auf dem Gelände realisiert, auf welchem später das Staatsarchiv und das Naturhistorische Museum geplant sind.

Fahrende
Die Schweizer Fahrenden sind eine kulturelle Minderheit der Schweiz. Ihre Lebensweise unterscheidet sich von der sesshaften Mehrheit, denn die Fahrenden reisen der Arbeit nach und leben die meiste Zeit in einem Wohnwagen. Die Fahrenden kennen drei Arten des Haltens: den Standplatz, den Durchgangsplatz und den spontanen Halt. Auf dem Standplatz mieten die Fahrenden das ganze Jahr über einen Stellplatz und wohnen dort in Wohnwagen. Während der Reisemonate von Anfang März bis Oktober ziehen die Schweizer Fahrenden in kleinen Verbänden durch die Schweiz. Das Fahren ist Grundlage ihrer wirtschaftlichen Existenz. In dieser Zeit leben sie in einem Wohnwagen, welcher auf Durchgangsplätzen oder bei Privaten, dem sogenannten spontanen Halt, bis zu einer Dauer von einem Monat gegen Entgelt aufgestellt ist.