Themen

In der öffentlichen Diskussion zeichneten sich drei inhaltliche Stossrichtungen ab, welche in der Kampagne thematisiert wurden: Fremdenfeindlichkeit, Hetze gegen religiöse Gruppen und die Flüchtlingsproblematik.

Fremdenfeindlichkeit

Fremdenfeindlichkeit bezeichnet eine auf Vorurteile und Stereotype gestützte Haltung, die alles, was als fremd eingestuft wird, mit negativen Gefühlen verbindet. Schlagworte wie Wohnungsmangel, Arbeitsmarktverdrängung, Dichtestress, Umweltbelastung und Überbevölkerung lösen bei der Basler Bevölkerung Unsicherheiten und Sorgen aus. Unterstützt durch populistische Äusserungen wird die Schuld an diesen Problemen einzelnen Bevölkerungsgruppen zugewiesen.

Die Bevölkerung hat Angst vor Heimats- und Identitätsverlust und empfindet eine Konkurrenzsituationen um Ressourcen wie zum Beispiel Arbeit und Land. Daraus folgen unterschwellige Abwertungen und Beleidigungen gegenüber den einzelnen Bevölkerungsgruppen. In seltenen Fällen kommt es zu diskriminierendem Verhalten.

nach oben

Hetze gegen religiöse Gruppen

Das periodische Erstarken von antisemitischen und antimuslimischen Äusserungen und Vorwürfen hängt auch mit den Konflikten im Nahen Osten zusammen. Bei beiden religiösen Gruppen nahmen infolge kriegerischer Ereignisse im Nahen und Mittleren Osten die verletzenden Angriffe in Basel zu. Diese Hetze gegen religiöse Gruppen und Diskriminierung im Alltag ist stets präsent, auch wenn das für viele nicht auf der Hand liegt. Die Intoleranz wird schleichend zur Normalität, denn auch im Alltag wird zu wenig darauf reagiert und Haltung gezeigt.

Beleidigungen fremder Kulturen und Religionen ereignen sich vor allem in den sozialen Netzwerken und den Kommentarspalten der Online-Zeitungen, wo Diskussionen anonym geführt werden können. Durch die sozialen Medien sinkt die Hemmschwelle, beleidigende Äusserungen an die Öffentlichkeit zu bringen. Es darf jedoch nicht salonfähig werden, dass der Islam mit Terrorismus gleichgesetzt wird.

Zudem werden Migrantinnen und Migranten zunehmend unter dem Label Religion wahrgenommen, wie z.B. Muslime anstatt Türken oder Albaner. In diesem Zusammenhang wird Religion abwertend eingesetzt und als starres Konzept verstanden, das den Menschen keinen freien Handlungsspielraum ermöglicht. Erfahrungsgemäss ist die Religionszugehörigkeit allerdings nicht ausschlaggebend bei Integrationsproblemen.

nach oben

Flüchtlingsproblematik

Gemäss UNO-Bericht vom Juni 2014 befinden sich zurzeit weltweit über 50 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Rund 33 Millionen sind gewaltsam Vertriebene im eigenen Land. Bei rund 16 Millionen spricht die UNO von Menschen, die auf lange Sicht nicht mehr in ihre Heimatländer zurückkehren können und auf Gastländer angewiesen sind.

Die humanitäre Tradition der Schweiz in Bezug auf die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen muss  weitergeführt werden. Gegenüber Menschen in Not muss, wie auch bereits in der Vergangenheit der Basler Geschichte, Offenheit gezeigt werden. Fremdenfeindlichkeit findet in so einer notgedrungenen Situation keinen Platz.

nach oben