Runder Tisch der Religionen beider Basel

Der Runde Tisch der Religionen beider Basel wurde 2007 auf Initiative der Fachstelle Diversität und Integration gegründet. Die Trägerschaft sind beide Kantone, wobei der Koordinator für Religionsfragen den Kanton Basel-Stadt vertritt und der Kanton Basel-Landschaft durch deren Integrationsbeauftragten vertreten wird. Der Runde Tisch der Religionen bezweckt den lösungsorientierten Austausch zwischen Religionsgemeinschaften, Behörden und Bevölkerung. 14 Religionsgemeinschaften und zwei religiöse Dachverbände wirken mit. Diese setzen sich aus den anerkannten Gemeinschaften und der beiden Dachverbände der Evangelischen Allianz und der Basler Muslim Kommission zusammen. Ausserdem sind die Serbisch-orthodoxe Kirche, die Islamische Gemeinschaft Bosniens, der Hindutempel Basel, die Baha’i-Gemeinde und eine Vertretung des Buddhismus dabei. Die Mitglieder diskutieren gemeinsam aktuelle Fragen und Problemstellungen aus Verwaltung und Politik sowie Anliegen von Religionsgemeinschaften und Bevölkerung.

Schule und Religion

Ein Themenfeld, das den Runden Tisch der Religionen von Anfang an begleitete, sind Fragen zu Schule und Religion. Die Mitglieder setzen sich dafür ein, dass Kindern religiöses Wissen mit Sorgfalt vermittelt wird. Beide kantonalen Handreichungen zum Umgang mit religiösen Fragen an der öffentlichen Schule wurden am Runden Tisch diskutiert und mit Empfehlungen an die Erziehungsdirektionen Basel-Stadt und Basel-Landschaft weitergeleitet.

Zum religiösen Unterricht innerhalb und ausserhalb der Schule gehören die staatliche Religionskunde im Rahmen des Pflichtunterrichts und der freiwillige Glaubensunterricht, der von den Religionsgemeinschaften verantwortet wird. Die Evangelisch-reformierte und die Römisch-katholische Kirche bieten an der öffentlichen Schule in Basel-Stadt einen freiwilligen und selbst finanzierten ökumenischen Unterricht an. Im Schnitt besuchen über 70 Prozent aller Kinder der ersten bis sechsten Klasse den Unterricht. Alle übrigen Religionsgemeinschaften führen den religiösen Unterricht in ihren eigenen Räumlichkeiten durch.

Weitere Informationen:

Religion im Alltag

Neben dem Fokus auf Religion an der Schule beschäftigt sich der Runde Tisch der Religionen beider Basel mit verschiedenen Themen, die im Alltag der Bevölkerung und Religionsgemeinschaften wichtig sind und in einem Zusammenhang mit staatlichen Institutionen oder Akteuren stehen. Hierzu zählt etwa die Seelsorge an Spitälern und Gefängnissen oder die Zukunft des Bestattungswesens. Gerade letzteres bleibt in den Jahren 2020-2023 ein wichtiges Thema. In Zusammenarbeit mit der Friedhofsleitung soll die Bestattungskultur so angepasst werden, dass in naher Zukunft alle religiösen Traditionen gemäss ihren eigenen Vorgaben ihre Verstorbenen bestatten können.

Neben diesen konkreten Themen arbeitet der Runde Tisch der Religionen auch an grösseren Themen wie der Frage nach der Diskriminierung von und durch Religionsgemeinschaften. Es ist dem Runden Tisch wichtig, nicht bei der Diskussion zu verbleiben, sondern wo möglich auch konkrete Hilfestellungen in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu leisten. So hat der Runde Tisch Jahr 2020 die Ergänzung des Antirassismus-Gesetzes um das Verbot der Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung intensiv thematisiert. Daraus ist eine Broschüre entstanden, die Empfehlungen für Religionsgemeinschaften und religiöse Leitungspersonen formuliert, wie diese mit potenziell diskriminierenden Textpassagen in Schriften umgehen können.

In den gemeinsam erarbeiteten Leitprinzipien des Runden Tischs, äussern sich die Mitglieder verbindlich zur Festigung des Glaubenslebens ihrer Mitglieder innerhalb des rechtlichen Rahmens und gleichzeitig zur Stärkung des friedlichen multireligiösen Zusammenlebens.

Im Jahr 2021 beschäftigt sich der Runde Tisch verstärkt mit Formen der Diskriminierung und mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, besonders in Bezug auf Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Aufgrund der neueren gesellschaftlichen Debatte über Formen der Erinnerung, etwa von Holocaust und/oder anderen Fluchtbewegungen und ihren jeweiligen Erinnerungskulturen, wird der Runde Tisch in naher Zukunft auch das Thema der Erinnerungspolitik intensiv bearbeiten.

Informationsaustausch

Eine zentrale Funktion des Runden Tischs der Religionen ist der regelmässige Informationsaustausch. Die Mitglieder diskutieren aktuelle Themen und gesetzliche Neuerungen auf Bundes- und kantonaler Ebene. Sie erhalten Einladungen zu religiösen und interreligiösen Anlässen und erfahren von Weiterbildungsangeboten.
Der Runde Tisch der Religionen hat eine wichtige integrative und präventive Funktion.

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